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Die Ukraine hat den Krieg längst verloren – weiteres Töten ist pervers

Wieder einmal beschäftigte sich eine sogenannte Talkrunde, diesmal mit Caren Miosga, im Fernsehen mit der Frage, wie es mit dem Krieg in der Ukraine weiter gehen kann. Und wieder einmal wird beklagt, dass die Unterstützung Deutschlands und der EU nicht ausreichend sei, um der Ukraine einen Sieg gegen Russland zu ermöglichen.

Leider war aber auch bei dieser Diskussionsrunde nicht zu erkennen, wie ausgerechnet einige europäische Länder, nicht alle Staaten in Europa beteiligen sich an einer Kriegsunterstützung der Ukraine, diesen bereits bankrotten Staat so stärken wollen, dass Russland seine Truppen zurückzieht.

Das ständige Schwadronieren über die Notwendigkeit der Kriegstüchtigkeit des Verteidigungsministers Pistorius, den man besser Kriegsminister nennen sollte und der auch in der Talk-Runde zugeschaltet wurde, kann nur Angst machen. Es ist mit Sicherheit keine Lösung, um den Sieg für die Ukraine herbeizuführen. Es ist vielmehr das Signal, dass jetzt Deutschland erneut Krieg gegen Russland führen will. Man muss sich dabei vor Augen halten, dass es immer diejenigen sind, die für den Krieg sprechen, die mit Sicherheit nicht an der Front kämpfen werden und damit ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen. Auch Pistorius geht mit großer Wahrscheinlichkeit davon aus, dass es andere sein werden, die sich in einem sinnlosen Krieg abschlachten lassen. Er selbst wird mit Sicherheit nicht kämpfen, schließlich ist dann ja auch keiner mehr, der das dumme Volk zur Kriegstüchtigkeit ermuntern könnte.

Die Talkrunde bei Miosga hat eines sehr deutlich gemacht: Wer heute noch von einem „Sieg der Ukraine“ spricht, meint in Wahrheit etwas ganz anderes. Er meint, dass Europa selbst Kriegspartei werden müsste. Denn die Ukraine ist wirtschaftlich, militärisch und gesellschaftlich am Ende ihrer Kräfte. Ohne EU‑Geld wäre der Staat längst zahlungsunfähig, ohne westliche Waffen längst wehrlos.

Wenn also Experten in einer öffentlich-rechtlichen Sendung sagen, die militärische Lage könne sich nur ändern, wenn Europa selbst eingreift, dann ist das nichts anderes als die indirekte Forderung nach einem europäischen Krieg gegen Russland. Und das ist nicht nur verantwortungslos, sondern brandgefährlich. Ein solcher Krieg würde Europa verwüsten und könnte in einer nuklearen Katastrophe enden.

Es ist pervers, aktuell weiter vom „Durchhalten“ zu reden, wenn die Realität längst eine andere ist. Die Ukraine hat diesen Krieg verloren – nicht aus Mangel an Mut, sondern aus Mangel an Ressourcen. Und Europa muss endlich den Mut haben, das auszusprechen, statt die eigene Bevölkerung auf eine Militarisierung einzuschwören, die niemandem nützt, außer der Rüstungsindustrie.

Am Ende bleibt für mich eine einfache, aber entscheidende Frage: Was nützt ein „Sieg“, wenn diejenigen, die ihn angeblich errungen haben, ihn nur noch im Grab erleben würden? Ein Krieg, der nur noch um seiner selbst willen weitergeführt wird, verliert jeden moralischen Sinn. Dann ist es verantwortlicher, rechtzeitig zu erkennen, dass ein verlorener Krieg nicht das Ende aller Möglichkeiten ist. Frieden kann man nur schließen, wenn man noch lebt. Und manchmal ist es klüger, einen Krieg zu beenden, bevor er ein ganzes Land und seine Menschen vollständig zerstört.


Von Bornemann

Dipl.- Sozialarbeiter
Mitglied im Verband Deutscher Pressejournalisten
Studium Sozialarbeit
AKAD Management-Fernstudium
Ergänzungsstudium Wirtschaftsphilosphie

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