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Trump zeigt der Welt, mit welcher Menschenverachtung die USA Politik betreibt

Viele Bürger werden kaum bemerkt haben, was der Präsident der vermeintlichen Führungsmacht der westlichen Wertegemeinschaft in den vergangenen Tagen ganz nebenbei zum Ausdruck brachte. In den Nachrichten des Deutschlandfunks wurde berichtet, dass Donald Trump die bereits zugesagte Waffenlieferung der USA an Taiwan im Wert von rund 20 Milliarden Dollar vorerst aussetzt. Trump begründete dies damit, dass die USA ihre eigenen Waffenvorräte auffüllen müssten und daher nicht in der Lage seien, die Lieferung an Taiwan vorzunehmen. Wahrscheinlich steht diese Entscheidung im Zusammenhang mit Trumps jüngstem Besuch in China, wo die chinesische Regierung sehr deutlich gemacht hat, dass Taiwan für sie eine existenzielle Frage darstellt.

Schon dieser Vorgang wirft Zweifel daran auf, welchen Wert Zusagen und Verpflichtungen der US‑Regierung inzwischen noch haben.

Doch Trump fügte seiner Absage eine weitere Bemerkung hinzu, die viele Beobachter fassungslos machte. Er bezeichnete Taiwan als eine „gute Manövriermasse“ für die weiteren Verhandlungen zwischen den USA und China.

Selbst wenn man diese Formulierung als sprachliche Entgleisung werten wollte, zeigt sie der betroffenen Bevölkerung, welchen Stellenwert sie in der amerikanischen Außenpolitik offenbar besitzt. Menschen werden zur Manövriermasse politischer Interessen – nicht mehr als Individuen mit Rechten, sondern als Verhandlungsobjekte, die man verschieben, reduzieren oder im Extremfall opfern kann, wenn sie einem politischen Deal im Wege stehen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Trump diese Aussage genau so gemeint hat, wie er sie formulierte.

Parallelen drängen sich auf: Auch im Nahostkonflikt werden die verbliebenen Palästinenser – so wird es in vielen Kommentaren beschrieben – zunehmend als Verhandlungsmasse betrachtet, die man von einem Gebiet ins nächste drängt und deren Lebensraum immer weiter eingeschränkt wird. In beiden Fällen zeigt sich ein Muster: Staaten und Bevölkerungen werden nicht mehr als souveräne Akteure behandelt, Sicherheitsgarantien werden relativiert oder aufgehoben, und politische Sprache entmenschlicht die Betroffenen.

Wenn ausgerechnet die Führungsmacht der sogenannten westlichen Wertegemeinschaft durch ihre Sprache und ihr Handeln als menschenverachtend wahrgenommen wird, dann deutet dies auf eine tiefgreifende Erosion humanitärer Grundsätze hin – und auf das Ende einer zivilisierten internationalen Ordnung.

Die Geschichte kennt viele Beispiele, in denen kleinere Staaten als „Pufferzonen“, „Schachfiguren“ oder „Tauschobjekte“ behandelt wurden. Das Ergebnis war fast immer Krieg, Instabilität, Vertrauensverlust und langfristige Feindschaften.

In der Diplomatie galt bislang der Grundsatz: Kein Volk darf Mittel zum Zweck sein. Trumps Vorgehen jedoch destabilisiert die ohnehin fragile Lage um Taiwan weiter – und könnte paradoxerweise zu einer Stärkung Chinas führen. Wenn die Bürger Taiwans erkennen, wie zynisch die USA mit ihnen umgehen, könnte sich eine Stimmung entwickeln, die einen Anschluss an China als mögliche Alternative erscheinen lässt. Was nützt eine vermeintliche Freiheit, wenn sie jederzeit geopolitisch verhandelbar ist?

Der größte Schaden aber ist aktuell der Vertrauensverlust gegenüber einer Macht, die für sich beansprucht, für Freiheit und Menschenrechte einzutreten, gleichzeitig aber Menschen und Staaten wie austauschbare Objekte behandelt.

Eine solche Politik legt den Grundstein für den nächsten großen Konflikt.


Von Bornemann

Dipl.- Sozialarbeiter
Mitglied im Verband Deutscher Pressejournalisten
Studium Sozialarbeit
AKAD Management-Fernstudium
Ergänzungsstudium Wirtschaftsphilosphie

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