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Was geschah in Grönland?

Wie uns die Bundeswehr glauben machen will, ist der Erkundungsauftrag der fünfzehn Bundeswehrsoldaten abgeschlossen, so dass sie mit regulären zivilen Linienmaschinen den Rückmarsch angetreten haben und aktuell wieder in Deutschland angekommen sind.

Bei der Erkundungsmission wollte man angeblich eine mögliche NATO-Übung vorbereiten. „Zufällig“ und wahrscheinlich „völlig unerwartet“ war der sich selbst ernannte „Weltoberlenker“ Donald Trump über den „Einmarsch“ der deutschen Soldaten – bei diesen wird es sich mit Sicherheit um hochrangige Offiziere gehandelt haben – offensichtlich nicht angetan von der deutschen Militäraktion und kündigte mal so eben erneute Strafzölle gegen Deutschland und alle Staaten, die sich an dem „Einmarsch“ auf Grönland mit Soldaten beteiligt hatten, an. Allein dieser Sachverhalt sollte zu denken geben. Die Strafzollerhebung scheint für den Weltenlenker eines der vielen Machtinstrumente zu sein, mit denen er bar jeden Völkerrechts alle missliebigen „Freunde“ zur Ordnung ruft. Deutschland scheint als ein angeblich souveräner Staat so eng von der US-Administration abzuhängen, dass es – um es einmal militärisch zu sagen – das Gefecht schnell beendet, bevor die ersten Geschosse des Oberbefehlshabers der Welt, den Einmarsch der Deutschen in Grönland in ein Fiasko enden lässt.

Die etwas süffisanten Formulierungen sollten nur auf die aktuelle Situation hinweisen, die den Bürgern geboten wird. Offensichtlich glauben die Politiker wirklich, ihre Mitbürger sind so dumm, dass sie jeden Blödsinn glauben, der ihnen von dieser Regierung gegenwärtig erzählt wird.

Der objektive Sachverhalt in der Grönlandfrage ist aktuell folgender:

  • Die USA kritisieren die Mission der Europäer in Grönland massiv.
  • Trump droht bar jeglicher gesetzlicher Grundlage mit Strafzöllen gegen die beteiligten Staaten.
  • Washington beansprucht Grönland geopolitisch als „US-Einflusszone“ und sieht keine Notwendigkeit, darüber mit seinen angeblichen Freunden zu reden.
  • Die NATO ist in dieser Frage nicht geschlossen.

Der schnelle, fast schon fluchtartig erscheinende Rückzug der deutschen Offiziere aus Grönland zeigt, dass sich Deutschland in einer völligen Abhängigkeit zu den USA befindet und selbst offensichtlich gar keinen eigenen Spielraum eigener Entscheidungen hat. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass die USA eine entsprechende Weisung ausgesprochen haben, der Deutschland, weil es eben nicht souverän ist, zu folgen hatte.

Wenn die Bundesregierung glaubte, die Aktion geräuschlos beenden zu können, dann sollte sie nicht mit der Dummheit ihrer Bürger rechnen. Ein Großteil der deutschen Bürger, die sich noch ihr eigenes Denken erhalten haben, werden bemerken, wie hier die USA in einer rücksichtslosen Weise ihre eigene Politik vertreten und sich in keiner Weise darum schert, was die sogenannten Verbündeten dazu sagen.

Es wäre ehrlich, wenn die deutsche Regierung endlich den Bürgern reinen Wein einschenkt und darauf hinweist, dass die Weltpolitik aktuell weder in Brüssel und erst recht nicht in Deutschland gemacht wird.

Deutschland muss sich endlich entscheiden, ob es sich von den USA emanzipiert und beginnt, eine eigenständige Politik zu betreiben. Das würde bedeuten, dass es eine 180 Grad-Wendung geben müsste: Deutschland muss sich selbst seine Freunde in der Welt suchen, mit denen es glaubt, eine gemeinsame Politik betreiben zu können. Dazu würde auch gehören, wieder eigenständige Beziehungen auch zu Russland anzustreben. Russland wird für Deutschland langfristig wichtiger als die USA sein. Wahrscheinlich wird dies nicht durchsetzbar sein, weil die Souveränität Deutschlands als Staat, die den Bürgern immer vorgegaukelt wird, faktisch gar nicht vorhanden ist.

Um dies den deutschen Bürgern zu vermitteln, müssten die Politiker eine Wahrheit aussprechen, aber das wird nicht geschehen. Ein Politiker, der die Wahrheit aussprechen würde, wäre schnell in der politischen Versenkung verschwunden. Und wer will das schon?


Von Bornemann

Dipl.- Sozialarbeiter
Mitglied im Verband Deutscher Pressejournalisten
Studium Sozialarbeit
AKAD Management-Fernstudium
Ergänzungsstudium Wirtschaftsphilosphie

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