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Deutschland sollte klein werden, damit es wieder groß sein kann

Den Bürgern werden aktuell Schreckensszenarien vermittelt, weil es in seiner Bevölkerungszahl – gemeint sind hier die deutschen Staatsbürger, die in Deutschland geboren wurden – immer mehr abnimmt. Aktuell leben in Deutschland 83,3 Mio. Einwohner. Von diesen sind 81% in Deutschland geboren und haben die deutsche Staatsangehörigkeit qua Geburt. 16 Mio. Einwohner mit deutscher Staatsangehörigkeit sind im Ausland geboren und 9 bis 10 Mio. leben in Deutschland, ohne die deutsche Staatsangehörigkeit zu haben. Somit sind nur noch 67 Mio. Bürger mit deutscher Staatsangehörigkeit in Deutschland geboren, wenn man so sagen will die „Ureinwohner“.  Ureinwohner ist nicht im rassistischen Sinne zu verstehen, sondern soll die Personen benennen, die qua Geburt automatisch, als Deutsche definiert sind, ohne dass ein besonderer Rechtsakt, z.B. Einbürgerung, erfolgte. Ich wollte bewusst den Begriff „Bio-Deutsche“ nicht verwenden, weil ich diesen zynisch finde und damit ablehne. Damit wird deutlich, dass sich die Bevölkerungszahl in Deutschland reduziert hat und nur durch Zuzug und Einbürgerung aktuell der Eindruck entsteht, als wenn Deutschland bevölkerungsmäßig noch ein Land mit über 80 Mio. Einwohnern ist.

Die Frage, die gestellt werden muss, die aktuell aber kaum in dieser Form gestellt wird, ist, wieviel Einwohner muss ein Land haben, um wirtschaftlich an der Spitze der Entwicklung zu sein, bzw. zu bleiben. Ferner gilt es die Frage zu beantworten, wann ein Volk als Volk darauf angewiesen ist, seine Erhaltung als Staatsvolk durch Zuwanderung und durch Einbürgerung sicher zu stellen oder andersherum gefragt, ist es ein Problem, wenn bewusst in Kauf genommen wird, dass sich die Bevölkerungszahl eines Landes reduziert, ohne dass der Versuch unternommen wird, durch gezielte Zuwanderung dem entgegenzuwirken.

Um sich einer Beantwortung der Fragen zu nähern, müssen vorerst einige grundsätzliche Feststellungen getroffen werden. Grundsätzlich gilt die These: Ein Staat funktioniert nicht wegen seiner Größe, sondern wegen seiner Strukturen. Denken wir an die Schweiz, an Österreich aber auch – dies ist gerade aktuell – an Island. Die dort lebenden Bürger werden nicht dadurch unglücklich sein, weil sie nicht in einem 80 Millionenland leben, sondern scheinen sich in dem – im Vergleich zu Deutschland – kleineren Ländern vielleicht sogar besser zu fühlen als viele Deutsche.

Aber auch viele andere Staaten, deren Bevölkerungszahlen „nur“ 60 Millionen Bürger umfassen, wie Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien scheinen bisher nicht darüber nachgedacht zu haben, dass sie mangels Einwohner eines Tages nicht mehr existieren könnten.

Ein Land, das einmal 80 Mio. Einwohner hatte und dann nur noch ca. 60 Mio. Einwohner zählt, ist weniger überlastet, weniger dicht besiedelt und weniger infrastrukturell gestresst.

Für Deutschland ist deshalb nicht die Frage relevant, ob es bei einer geringeren Anzahl von Bürgern existieren könne. Die Frage muss lauten: Welche Strukturen müssen angepasst werden? An dieser Stelle soll ein kleiner Exkurs in die Wirtschaft erlaubt sein. Auch bei den Unternehmen stellt sich immer die Frage, nach der optimalen Größe. Denken wir an die Zeit zurück als die Globalisierung das höchste Ziel gewesen ist und der damalige Vorstandschef Reuter Daimler-Benz zu einem „Weltkonzern“ glaubte umgestalten zu sollen, die Deutsche Bank nur noch groß sein wollte und dann an ihren eigenen Praktiken zerschellte, war nur noch Größe gefragt. Schließlich stellte man fest, dass Größe auch Strukturen so zerstören kann, dass sich keiner mehr zurechtfindet und alles in einem großen Scherbenhaufen endet. Das römische Reich scheiterte auch an seiner Größe, weil die Germanen sich um keinen Deut darum scherten, was Rom wollte und Rom bekam gar nicht mehr mit, was die Germanen alles anstellten.

Kommen wir wieder zurück auf Deutschland. Die wichtigste Frage bei allen Überlegungen ist immer die: Wem nützt es? Und hier kommt man sehr schnell zu Gedanken, die man wahrscheinlich schon längst gedacht aber nie der Öffentlichkeit mitgeteilt hat. Ein kleineres Deutschland wäre unabhängiger und das wollen viele nicht.

  • Die USA profitieren von einem großen deutschen Absatzmarkt und einer großen deutschen Industrie, die in globale Lieferketten eingebunden ist.
  • Frankreich profitiert geopolitisch, weil ein großes Deutschland stärker in EU‑Strukturen eingebunden werden muss, um „kontrollierbar“ zu bleiben.
  • Die EU profitiert finanziell, weil Deutschland der größte Nettozahler ist.
  • Globale Konzerne profitieren, weil Deutschland ein riesiger Konsummarkt ist.

Profitieren von den vorgenannten Punkten auch die Mehrzahl der deutschen Bürger? Wahrscheinlich nicht.

Ein kleineres Deutschland wäre weniger abhängig, weniger steuerbar und politisch autonomer.

Allerdings würde die Exportindustrie sofort Alarm schlagen. Sie, das sind große Konzerne, die keinesfalls in Deutschland ihren Firmensitz haben, die nicht für Deutschland, sondern für die Welt produzieren. Weniger Einwohner bedeutet weniger Arbeitskräfte und damit ein geringeres Exportvolumen.

Auch die geopolitischen Partner wünschen sich lieber ein „großes“ Deutschland. Es ist mehr abhängiger von US-Sicherheitsgarantien, die natürlich nicht zum Null-Tarif angeboten werden. Es muss in der Abhängigkeit der globalen Lieferketten bleiben und was ein wesentlicher Faktor ist, es muss abhängig von der EU-Architektur bleiben. Denn ein kleines Deutschland könnte sich aus allem mehr oder weniger zurückziehen.

Ein kleines Deutschland wäre der Super-Gau für die EU in Brüssel. Gegenwärtig ist Deutschland der größte Nettozahler. Das würde sich durch eine Verringerung der Bevölkerung dramatisch zu Lasten von Brüssel verändern.

Deutschland könnte sich bei einer Reduzierung der Bevölkerung sogar selbst versorgen und damit absolut unabhängig von ausländischem Einfluss werden. Es hat genug Fläche für seine industriellen Ansiedlungen. Es steht genug landwirtschaftliche Kapazität zur Verfügung und verfügt auf eine ausreichende technologische Kompetenz.

Aber das ist genau das, was gegenwärtig mit allen Mitteln verhindert werden soll. Deshalb die Flutung von Menschen aus anderen Ländern in unser Land. Auf mehr Arbeitskräfte ist man nur dann angewiesen, wenn man weiterhin die bisherige Politik fortsetzen will. Das Gemeinschaftsgefühl eines Volkes steigt auch in der Regel, wenn die Bevölkerungszahl überschaubar bleibt. Auch hier stellt sich die Frage, ob dies von bestimmten politischen Kräften gewollt ist und sogar verhindert wird.

Es bleibt festzuhalten, dass Deutschland mit 60 Millionen Einwohnern gut existieren könnte. Für Deutschland wäre dies möglich, für die EU wäre es ein Problem. Aber die Politik unseres Landes hat sich in erster Linie an den Bedürfnissen der eigenen Bevölkerung zu orientieren. Auch der EU täte es gut, wenn sie sich wieder auf ein Normalmaß zurückschrauben würde. Das könnte ein wichtiger Schritt zu einem neuen Gemeinschaftsgeist in Europa führen.

Von Bornemann

Dipl.- Sozialarbeiter
Mitglied im Verband Deutscher Pressejournalisten
Studium Sozialarbeit
AKAD Management-Fernstudium
Ergänzungsstudium Wirtschaftsphilosphie

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