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Papst Leo XIV. sprach das aus, was viele Bürger von den Politikern erwarten

Drei bemerkenswerte Ereignisse sind es wert, besonders betrachtet zu werden.

Da ist die Rede von Sergej Lawrow, die er am 26. September 2026 vor der 81. Sitzung der UN-Generalversammlung gehalten hat und die leider im Wortlaut nur über eine Quelle zu lesen war, die von der EU für den allgemeinen Zugang gesperrt wurde, obwohl man immer wieder von Pressefreiheit redet.

Ferner fand ein etwa 20 Minuten dauerndes Gespräch zwischen Lawrow und dem deutschen Außenminister Wadephul am Rande der UN-Generalversammlung statt. Der Wortlaut dieses Gesprächs ist der Öffentlichkeit nicht bekannt. Es gibt lediglich Erklärungen von Wadephul selbst und eine Erwiderung des russischen Außenministers. Nach den anschließend veröffentlichten Erklärungen beider Seiten drängt sich allerdings der Eindruck auf, dass weniger miteinander gesprochen als einander die bekannten Positionen vorgetragen wurden. Lawrow erklärte anschließend, er habe nichts gehört, was nicht ohnehin den täglichen öffentlichen Äußerungen Berlins entspreche.

Und da ist eine bemerkenswerte Rede von Leo XIV., die er in Metz zum Abschluss seiner Frankreich-Reise im Kongresszentrum Robert Schuman unter dem Titel „An den Wurzeln Europas für Frieden und Einheit“ gehalten hat.

Lawrow formulierte eine nüchterne Bestandsaufnahme der aktuellen politischen Situation aus seiner Sicht, die folgende Punkte umfasste:

  1. Neue Weltordnung: Lawrow beschreibt einen Übergang zu einer multipolaren Ordnung, in der der „Globale Süden und Osten“ gegenüber der bisherigen westlichen Dominanz an Gewicht gewinnen.
  2. Ukraine: Er wirft europäischen Staaten vor, die Ukraine zu bewaffnen und Friedensbemühungen zu behindern. Zugleich erklärt er, Russland werde seine sogenannte „militärische Spezialoperation“ bis zur Erreichung seiner Ziele fortsetzen.
  3. Europa und USA: Seine Argumentation unterscheidet bemerkenswert zwischen europäischen Regierungen und der Trump-Regierung, der er ein Interesse an Friedensgesprächen zuschreibt.
  4. Nahost: Er fordert einen palästinensischen Staat und warnt, der israelische Siedlungsausbau im Westjordanland könne dessen Errichtung unmöglich machen.
  5. Iran: Die Tötung des iranischen Obersten Führers Ali Khamenei sowie Angriffe auf iranische Nuklearanlagen verurteilt er scharf.
  6. UN-Reform: Bei einer Reform des Sicherheitsrates unterstützt Russland dauerhafte Sitze für Brasilien und Indien sowie eine stärkere Berücksichtigung Afrikas, lehnt zusätzliche westliche Sitze, insbesondere für Deutschland und Japan, jedoch ab.

Die Ausführungen waren in einer Online-Version von RT DE veröffentlicht und gaben offensichtlich den Ablauf der Rede bemerkenswert genau wieder, wie sich durch den Vergleich mit anderen Quellen feststellen ließ.

Während Lawrow sich nüchtern äußerte, wobei bereits die große Enttäuschung der russischen Regierung erkennbar wurde, dass ein vernünftiger Gedankenaustausch mit dem Westen aktuell kaum noch stattfindet, obwohl die zunehmenden Spannungen zu einer großen weltpolitischen Auseinandersetzung bis hin zu einem Krieg führen können, wies Leo XIV. sehr viel grundsätzlicher auf die philosophischen Wurzeln Europas hin, die seiner Auffassung nach ohne das Christentum gar nicht denkbar sind.

In einer feinsinnigen und zugleich tiefgehenden Erörterung lässt sich seine Rede auch als Kritik an einer gegenwärtigen europäischen Haltung verstehen, die aus einer festgefügten Rechtsauffassung heraus die eigene Position für kaum noch verhandelbar hält.

Nicht: Wer hat recht? Sondern: Was bedeutet es überhaupt, sich auf Recht zu berufen, wenn man dem anderen dessen Recht nicht zugesteht?

Das ist für mich eine der wesentlichen Aussagen des Papstes. Man könnte sich nur wünschen, dass sich die weltlichen Politiker stärker mit solchen grundsätzlichen Fragen befassen würden.

Die Bundesregierung war bei der Rede zwar durch die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger vertreten. Sie nahm ausdrücklich in ihrer Funktion als Bevollmächtigte für die deutsch-französischen kulturellen Beziehungen und damit als Vertreterin der Bundesregierung teil. Dass kein Mitglied der Bundesregierung selbst anwesend war, bleibt bei einer derart grundsätzlich angelegten Europarede dennoch bemerkenswert.

Auch daraus spricht für mich eine Haltung, die zunehmend erschrecken kann, weil die Bereitschaft, einer grundsätzlich anderen Auffassung überhaupt zuzuhören, immer weiter verloren zu gehen scheint.

Leo XIV. sprach bei aller vornehmen Sprachdiktion direkte Wahrheiten und Forderungen aus. Er warnte ausdrücklich vor der „Illusion der Wiederaufrüstung“ und bezeichnete den Krieg als ein neues „sinnloses Gemetzel“. Seine Frage ging noch tiefer: Unternehmen wir tatsächlich Anstrengungen für den Frieden, oder versuchen wir lediglich, das Blutvergießen einzugrenzen und uns gleichzeitig auf die Kriege vorzubereiten, von denen wir annehmen, dass sie noch kommen werden?

Es ist sinnlos, einen Krieg nur dann beenden zu wollen, wenn man selbst der Sieger ist.

Und hier zeigen sich durchaus Parallelen zwischen dem Denken des russischen Außenministers und den Überlegungen des Papstes.

Wie traurig ist vor diesem Hintergrund das Ergebnis des Gesprächs zwischen Wadephul und Lawrow, wenn man die anschließenden Äußerungen beider Seiten betrachtet. Einem Gegner einen Katalog von Forderungen und Beschuldigungen entgegenzubringen und anschließend zu meinen, die andere Seite sei zu Gesprächen nicht bereit, grenzt entweder an maßlose Selbstüberschätzung oder, auch das soll es bei Politikern geben, an Dummheit.

Einen Hoffnungsschimmer setzte Leo XIV. auf die Jugend. In Metz rief er ihr zu: „Habt keine Angst vor der Zukunft!“ und forderte sie auf, Frieden zu stiften und sich nicht der Logik von Gewalt und Unterdrückung zu unterwerfen.

Bereits bei seinem Aufenthalt in Lourdes hatte er sich in besonderer Weise der Zukunft und den kommenden Generationen zugewandt.

Ihr seid die Hoffnung.

Vielleicht ist es genau dies, was einer Welt bleibt, die sich wieder daran gewöhnt hat, über Krieg zu reden, als sei er ein normales Mittel der Politik.

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Der Zauberlehrling – und warum selbst der Papst ihn nicht mehr in die Schranken weist

Die Enzyklika Magnifica Humanitas (Großartige Menschheit) von Papst Leo XIV, die erste seines Pontifikats, befasst sich mit einer der zentralen Zukunftsfragen der Menschheit. Der Papst stellt fest, dass Technologie zunehmend beginnt, über Menschen zu entscheiden. Der aktuelle Krieg in der Ukraine zeigt dies auf brutale Weise: KI‑gestützte Drohnensysteme ermöglichen es, aus großer Distanz zu töten, ohne dass ein Mensch noch unmittelbar beteiligt ist. Drohnen orten Ziele, führen vorprogrammierte Abläufe aus und zerstören, was ihnen als Ziel zugewiesen wurde – gleichgültig, ob es sich um Infrastruktur oder Menschen handelt.

Es ist legitim und notwendig, dass die Kirche – diesmal in der Person des Papstes – zu dieser Entwicklung Stellung bezieht. Denn bei der KI handelt es sich nicht nur um ein technisches, sondern vor allem um ein tiefgreifendes ethisches Problem. KI ist weder gut noch böse; sie verstärkt die Absichten derjenigen, die sie einsetzen. Schon der Begriff „Künstliche Intelligenz“ führt in die Irre: KI ist ein Produkt menschlichen Geistes, das mit technischen Mitteln Programme erzeugt, die sich selbst optimieren und Ziele verfolgen, die Menschen ihnen vorgegeben haben.

Gefährlich wird KI dort, wo Automatismen entstehen, die sich menschlicher Kontrolle entziehen – insbesondere im militärischen Bereich. Der „Zauberlehrling“ aus Goethes Gedicht, den viele aus der Schulzeit kennen, ist zur Realität geworden. Vielleicht sieht sich Papst Leo XIV als der Meister, der den entfesselten Geist wieder in die Flasche zurückdrängen möchte. Schön wäre es – doch daran zu glauben fällt schwer.

Die Grundthese des Papstes lautet: KI verstärkt Macht – und Macht braucht Moral. Der Mensch darf nicht zum Objekt algorithmischer Prozesse werden. Die Gefahr der Entmenschlichung durch automatisierte Entscheidungen und den Verlust von Verantwortung ist real. Doch haben wir diese Schwelle nicht längst überschritten? Betrachtet man die aktuelle Kriegstechnik in Israel, der Ukraine, Russland und insbesondere den USA, wird deutlich: KI dient längst nicht mehr nur der Optimierung von Informationsprozessen, sondern ist Teil einer systematischen Vernichtungslogik gegenüber politischen Gegnern.

Wenn der Papst darauf hinweist, dass wenige globale Unternehmen Daten, Algorithmen und Plattformen kontrollieren, greift das zu kurz. Denn die entscheidende Frage lautet: Wer beauftragt diese Unternehmen? Wer setzt die Systeme ein? Es sind Staaten – und genau diese Staaten sollen nun die Technologie regulieren. Das ist ein Widerspruch, den die Enzyklika nicht vollständig auflöst.

Die Forderungen des Papstes sind inhaltlich richtig und in jedem Punkt zu unterschreiben. Doch sie kommen möglicherweise zu spät. Das „System KI“ hat sich bereits so weit verselbstständigt, dass selbst internationale Gremien kaum noch in der Lage sein werden, wirksame Grenzen zu setzen.

Hinzu kommt: Die Kirchen haben sich in den vergangenen Jahren zu sehr mit staatlichen Positionen gemein gemacht. Sie unterstützen den Krieg in der Ukraine und äußern sich vergleichsweise zurückhaltend zur Lage in Palästina. Zu glauben, dass sie nun „in die Speichen greifen“ könnten, um den staatlichen Einsatz von KI zu begrenzen, dürfte ein frommer Wunsch bleiben.

Wenn überhaupt, dann liegt die Verantwortung jetzt bei den Bürgern – und besonders bei den Christen. Sie müssen ihre politischen Vertreter auffordern, den Einsatz von KI in bestimmten Bereichen gesetzlich zu begrenzen oder zu verbieten. Geschieht dies nicht, wird der Zauberlehrling zum Meister der Welt. Das wäre der eigentliche Super‑GAU – einer, den vielleicht selbst Goethe nicht vorausgesehen hat.


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Papst Leo XIV verlangt ein Ende des Krieges

Endlich äußert sich der Papst in der Öffentlichkeit zu den Verbrechen der israelischen Regierung gegenüber den Bewohnern im Gazastreifen. In den Nachrichten des Deutschlandfunks wird eine Meldung verbreitet, wonach Papst Leo XIV. einerseits darauf drängt, dass eine Waffenruhe in Nahost eintritt und die Hamas, die noch in ihrem Machtbereich befindlichen Geiseln freilässt. Anderseits weist er darauf hin, dass Israel es unterlassen müsse, Palästinenser im Gazastreifen kollektiv zu bestrafen. Der Krieg, der Terror und die Zerstörung von menschlichen Leben und der gesamten Infrastruktur Palästinas müsse mit Hilfe internationaler Mächte gestoppt werden.

Der Papst erklärte, dass die Priester und Nonnen der zwei christlichen Kirchen trotz der israelischen Evakuierungsbefehle das Land im Gazastreifen nicht verlassen werden.

Eine solche Erklärung hätten viele Bürger längst erwartet, denn was sich im Gazastreifen derzeitig abspielt, ist unbeschreiblich und wird diese Welt noch lange beschäftigen. Wenn die israelische Regierung meint, durch ihr absolut völkerrechtswidriges verbrecherisches Handeln eine friedliche Entwicklung erreichen zu können, dann unterliegt sie einem gewaltigen Irrtum. Gewalt, Zerstörung, auch wenn der ursprüngliche Anlass durchaus seine Gründe hatte, waren noch nie erfolgreich. Die israelische Regierung schadet aktuell dem jüdischen Volk massiv. Es ist zu befürchten, dass die Akzeptanz der Juden in der Welt erheblich leidet und sich viele Menschen fragen, wie ein Land mit einer solchen exzessiven Wut seinen Feind umfassend vernichten kann. Dabei muss darauf hingewiesen werden, dass es nicht um die Hamas geht, die ihrerseits keinesfalls in Schutz zu nehmen ist. Es ist aber ein Verbrechen, wenn man das Verhalten einer extremistischen Vereinigung zum Anlass nimmt, ein ganzes Volk zu vernichten. Nichts anderes kann jeder Mensch, der Augen im Kopf hat, gegenwärtig beobachten.

2009 hatte der Vatikan-Beauftragte für Menschenrechte, der Kurienkardinal Renato Martino den Gaza-Streifen mit einem Konzentrationslager verglichen. Kurienkardinal Renato Martino sagte in einem Interview, die Lage in dem Palästinensergebiet ähnelte einem „großen KZ“. Israel wies den Vergleich scharf zurück (Quelle: Spiegel Ausland, Internet, 07.01.2009).

Die Monatszeitschrift „30 Tage“, geleitet von Giulio Andreotti, titelte in ihrer Ausgabe Nahost, Nr. 05/2006: „Konzentrationslage für die Palästinenser“. In einem umfangreichen Interview mit Robert L. Stern, dem damaligen Vorsitzenden der Päpstlichen Mission Palästina wies dieser auf Papst Pius XII. hin, der in seiner Enzyklika Redemptoris nostri vom Karfreitag des Jahres 1949 die Situation der Palästinenser nach dem ersten arabisch-israelischen Konflikt unmittelbar nach der Schaffung des Staates Israel, am 14. Mai 1948.wie folgt beschrieb: „Immer noch erreichen uns die Klagen vieler Flüchtlinge, jeden Alters und jeder Befindlichkeit. Menschen, die vom jüngsten Krieg gezwungen wurden, im Exil zu leben, auf Flüchtlingslager verteilt, wo sie Hunger, Epidemien und Gefahren aller Art ausgesetzt sind.“ (30 Tage in Kirche und Welt, Nr. 5 – 2006).

Die Situation der Palästinenser ist bereits mit Beginn der Gründung des Staates Israel für die palästinensische Bevölkerung unerträglich gewesen und hat sich bis heute in keiner Weise geändert. Israel ist als Besatzungsmacht verpflichtet gewesen, für angemessene Lebensverhältnisse im besetzten Gebiet zu sorgen. Auch dies muss man im Blick haben, um zu erkennen, warum sich eine Organisation wie die Hamas jetzt so brutal verhält.

Auch die sich häufenden „irrtümlichen“ Tötungen von Journalisten und Helfern internationaler Hilfsorganisationen durch israelisches Militär verstärkt die Aggression gegen einen Staat, der glaubt, über dem Recht zu stehen.

Vielleicht haben die Worte des heutigen Papstes Leo XIV. eine Wirkung, so dass auch die israelische Regierung erkennt, dass sie auf dem Weg ist, jegliche Reputation als Staat in der Welt zu verlieren. Erforderlich wäre allerdings, dass auch der Staat Israel die Bewohner – eigentlich kann man von wohnen gar nicht mehr sprechen – in Palästina und im Gazastreifen wie Menschen behandelt, zumal dies nach internationalem Völkerrecht eine Selbstverständlichkeit sein sollte.

Beten wir also alle, dass endlich Frieden im Nahen Osten einkehrt, weil dies von den Bewohnern sowohl in Israel als auch in Palästina sehnsüchtig erwartet wird.