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Wie eine Museumsdirektorin sich und ein Museum lächerlich machen kann

Der Genderwahn und die krankhafte politische Korrektheit treibt mittlerweile Stilblüten, die sich wahrscheinlich viele Bürger nicht vorstellen konnten. Eine besondere Stilblüte leistet sich jetzt die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden, Marion Ackermann. Sie meint, daß sie das Recht als Generaldirektorin habe, selbst – wahrscheinlich wird sie dabei von einer Arbeitsgruppe von Genderaktivistinnen und Polit-Agitatorinnen tatkräftig unterstützt – zu entscheiden, wie Kunstwerke bezeichnet werden dürfen. Daß Museen keine politische Agitationseinrichtungen sein sollten, scheint sie nicht zu wissen. Ihr scheint es nicht darum zu gehen, den Museumsbesuchern zu vermitteln, wie unterschiedlich die Künstler, aber auch die Gesellschaft, in der sie ihr Wirken entfaltet haben, von dem jeweiligen Zeitgeist erfasst waren und wie die Auffassungen der jeweiligen gesellschaftspolitischen Auffassungen in ihre künstlerische Arbeit mit eingeflossen sind. Wenn jetzt von Ideologen entschieden wird – woher nehmen sich diese überhaupt ihre Legitimation? – daß sich alle Kunstwerke nur noch an dem aktuellen linksideologischen Denken angepasst werden müssen, dann hat dies zur Konsequenz, daß man die Museen abschaffen kann. Ihrer ureigenen Aufgabe, ein Bild der vergangenen Zeiten zu vermitteln, können sie unter solchen Vorgaben nicht mehr nachkommen. Frau Ackermann scheint ihre Aufgabe zu verkennen, weil sie offensichtlich politisch agitieren will und ihre eigene gesellschaftspolitische Auffassung allen Museumsbesuchern aufdrängen will. Der Skandal dabei ist, daß sie dazu öffentliche Mittel, also Geld der Steuerzahler, nach unserer Auffassung mißbraucht, um ihre Agitation zu betreiben. Im Übrigen zeigt sich auch bei diesem Thema, wie sehr Ideologie und Dummheit beieinander sind. Frau Ackermann meint, viele Bezeichnungen der Kunstwerke seien ja nicht von den Künstlern selbst vorgenommen worden. Und sie leitet davon ihre Berechtigung ab, die Bezeichnungen der Kunstwerke nach ihrer eigenen eingeengten Gesellschaftsvorstellung vornehmen zu können. Dabei scheint sie gar nicht zu bemerken, daß die Kunstwerke ja auch Ausdruck ihrer gegenwärtigen Zeit, in der sie geschaffen wurden, sind und die Bezeichnungen der Kunstwerke eine lange Tradition haben, so daß viele Kunstwerke eben mit diesen Namen von den Bürgern assoziiert werden. Wenn Frau Ackermann meint, heute sei dies oder das nicht mehr akzeptabel, so ist sie schlimmer als die Bilderstürmer, die uns ja auch aus der Geschichte hinlänglich bekannt sind. Die Kunstwerke werden nicht physisch, sondern inhaltlich von Frau Ackermann zerstört, so daß sie die Kunstwerke unter diesen Umständen auch gleich entsorgen könnte. Keiner würde auf die Idee kommen, ein Auto jetzt als Fahrrad zu bezeichnen, nur weil das Auto gesellschaftlich verpönt werden soll.

Wie dumm und geradezu lächerlich das Vorgehen von Frau Ackermann teilweise ist, wird bei der Umbenennung des bekannten Bildes des flämischen Malers Jan Fyt „Großer Hund – Zwerg und Knabe“ (1652) in Großer Hund, kleinwüchsiger Mann und Junge erkennbar. Fühlt sich ein Mann, den man kleinwüchsig nennt, besser, als wenn man ihn als Zwerg bezeichnen würde?

Eine ähnliche, mehr als lächerliche Umbenennung ist das Bild „Landschaft mit mohammedanischen Pilgern“ (Gemälde von Christoph Ludwig Agricola, um 1710), das jetzt „Landschaft mit betenden Muslimen“ heißen soll. Auch die Wörter „Zigeuner“ oder „Eskimo“ wurden aus Werkbezeichnungen entfernt.

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden überprüfen derzeit die Titel und Bezeichnungen von eineinhalb Millionen Exponaten, ob sie rassistische oder auf andere Weise diskriminierende Begriffe enthalten. Bisher wurden 143 Titel neu bearbeitet. Das wahrscheinlich bekannteste Kunstwerk ist der „Mohr mit der Smaragdstufe“ (eine Holzskulptur von Balthasar Permoser aus dem Jahr 1724, zu sehen im Dresdner Grünen Gewölbe). Es ist nun betitelt mit „**** mit der Smaragdstufe“. Zwar kann man sich über die Netzseite durch Klicken auf die Sternchen den Originaltitel anzeigen lassen, aber ob der neue Titel dem musealen Bildungsauftrag entspricht, bleibt fraglich.

Der Historiker Michael Wolffsohn sagte der BILD-Zeitung: „Merken denn die Umbenenner vom Dienst nicht, wie sehr sie sich und die eigentlich gute Absicht zum Gespött machen?“ Dieser Auffassung eines gebildeten und gelehrten Mannes kann man nur beipflichten.

Es bleibt die Hoffnung, daß Leute wie Frau Ackermann bald andere Betätigungsfelder finden und nicht mehr dazu beitragen können, die Kunst als politische Agitation zu mißbrauchen.

 

 

 

 

Von Bornemann

Dipl.- Sozialarbeiter
Mitglied im Verband Deutscher Pressejournalisten

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