Warum reden aktuell alle von Grönland? War nicht Grönland bisher das Land, in dem sich die Eisbären tummelten. Und war es nicht der Ort, wo seinerzeit die ehemalige Bundeskanzlerin darauf hinwies, dass eine große Katastrophe bevorstehe, weil sich das Klima in Grönland immer mehr erwärmt, so dass die armen Eisbären bald schwitzen müssen und elendig verenden? Hatte die Physikerin Merkel gar nicht gewusst, dass der Name Grönland einen Hinweis darauf gibt, dass sich die klimatischen Verhältnisse in Grönland wie auf der ganzen Welt über die Jahrtausenden immer verändert haben und dieses Land auch einmal grün und warm gewesen ist? Mit anderen Worten, wollte nicht auch Frau Merkel die Bürger nur verdummen?
Jetzt schreitet der Klimawandel, dessen Ursachen politisch und wissenschaftlich unterschiedlich bewertet werden, immer weiter voran, so dass die Insel Grönland, die völkerrechtlich zu Dänemark gehört, für die großen Staaten der Welt interessant erscheint. Die Bürger mögen erstaunt gewesen sein, als der US-Präsident Trump Ansprüche auf Grönland erhob und zum Ausdruck brachte, dass er diese Insel zur Einfluss-Sphäre der USA erklären will. Dabei geht es diesem Präsidenten wohl nicht nur um die möglichen Bodenschätze, die durch das Wegschmelzen des Eises nutzbar gemacht werden können. Vielmehr ist die Insel Grönland ein zentraler strategischer Ort zwischen den USA und Russland. Russische U-Boote operieren seit Jahren unter dem arktischen Eis. Es wurden zwei neue Atom-U-Boote (Yasen-M und Borei A) auf einer 4.000-Meilen-Route unter der arktischen Eiskappe verlegt. Ein dänischer Geheimdienstbericht beschreibt, dass Russland „jede verfügbare Möglichkeit nutzt, um die Gewässer zwischen Grönland, Island, den Färöern und Großbritannien zu überwachen“ – also genau die GIUK-Lücke, das klassische NATO-Nadelöhr.
Entweder hat die NATO diese Operationen nicht besonders ernst genommen, was man sich kaum vorstellen kann oder es wurde unterschätzt, dass mit dem Schmelzen des Eises auch für die Seefahrt – und damit auch für die Kriegsmarine – ganz andere Möglichkeiten entstehen.
Insofern ist es folgerichtig, wenn Trump den Versuch unternimmt, Grönland zu „okkupieren“, wobei dies im übertragenden Sinne zu verstehen ist. Auch ein Kauf eines Landes gegen den Willen der Bevölkerung ist ein höchst fragwürdiger Vorgang. Was Trump will, ist, dass die USA das alleinige Verfügungsrecht über Grönland haben, ohne auf Dritte Rücksicht nehmen zu müssen. Damit könnte verhindert werden, dass russische Kriegsschiffe in die Nähe der Insel Grönland operieren.
Zwischen Russland und den USA wird die arktische Nordost- oder Nordwestpassage für die Seefahrt eine große Bedeutung bekommen, so dass es an diesem Punkt zu einer regelrechten Konfrontation der Weltmächte USA, Russland und China kommen könnte.
Wenn jetzt europäische Staaten, wie zum Beispiel Deutschland durch die Präsenz von Soldaten, es werden mit Sicherheit höhere Offiziere sein, in Grönland Präsenz zeigt, dann wirkt es wie der rührende Versuch, noch schnell den USA ein Bein zu stellen, damit die USA nicht allein auf die Idee kommt, Grönland militärisch zu besetzen.
Die Bodenschätze um Grönland dürften eine sekundäre Frage, weil aktuell noch nicht geklärt ist, inwieweit eine Förderung dieser Ressourcen wirtschaftlich vertretbar sein wird.
Was die „politische Großwetterlage“ gegenwärtig so brisant und politisch auch unappetitlich macht, ist die Tatsache, dass über die Köpfe der Grönländer hinweg, eine geopolitische Machtfrage von den USA durchgesetzt werden soll. Es zeigt wieder einmal, dass die Bürger für Politiker unbedeutend und allenfalls ein Störfaktor sind. Es geht nicht um Selbstbestimmung, Freiheit und Souveränität, sondern um Machtdurchsetzung, strategische Überlegenheit und das Absichern, dass man einen Weltkrieg notfalls gewinnen kann. Dass Grönland zu Dänemark gehört und damit Teil der Nato ist, macht das ganze Problem noch pikanter. Bei der bisherigen Vorgehensweise des US-Präsidenten Trump werden die Bürger jedoch akzeptieren müssen, dass auch einige Offiziere der Nato in Grönland, Trump nicht daran hindern werden, Grönland notfalls auch militärisch zu besetzen.
Man darf sich fragen: Was hat sich an der früheren Kanonenpolitik der Amerikaner in der heutigen Zeit geändert. Die Antwort: Nichts!
Die Kanonenpolitik der USA ist nie verschwunden – sie hat nur gewartet, bis das Eis dünn genug wurde.