Kategorien
Aktuell

Maybrit Illner lässt immer über die AfD sprechen, ohne einmal mit der AfD zu sprechen

Unmittelbar vor der Landtagswahl in Sachsen‑Anhalt kann der politisch interessierte Bürger nur noch verwundert die Augen reiben. Vieles wirkt widersprüchlich, manches geradezu befremdlich.

Da findet am Sonnabend, also einen Tag vor der Wahl, ein „antifaschistisches Familienfest“ in Magdeburg statt, das beim näheren Hinsehen von der geballten Linksfront der Republik organisiert wird. Das Ziel ist offenkundig: den möglichen Wahlerfolg der AfD zu verhindern. Solche Veranstaltungen, die unter dem Etikett „zivilgesellschaftliche Bündnisse“ firmieren, sind inzwischen nichts Besonderes. Seit Jahren wird versucht, durch angeblich spontane Bürgerdemonstrationen gegen rechts eine Stimmung zu erzeugen, die einen politischen Wandel verhindern soll.

Bemerkenswert ist aktuell diesmal jedoch die Teilnahme des Ministerpräsidenten Schulze (CDU) — einen Tag vor der Wahl. Dieselbe CDU, die seit Jahren das Narrativ verbreitet, mit den Linken nichts zu tun haben zu wollen, steht nun Seite an Seite mit ihnen auf einer Bühne. Der Widerspruch springt ins Auge.

Gleichzeitig kracht es bei der Wagenknecht‑Partei in Thüringen so heftig, dass dies den möglichen Wahlerfolg des BSW in Sachsen‑Anhalt nahezu zunichtemachen könnte.

Und dann tritt im ZDF Maybrit Illner auf und diskutiert mit mehr oder weniger bedeutungsvollen Gästen darüber, warum die AfD so stark sei und was man dagegen tun könne. Während dieser inhaltlich dünnen Talkrunde wird erwähnt, dass die AfD in Sachsen‑Anhalt bereits die 40‑Prozent‑Marke überschritten habe. Man überlegt, warum die AfD angeblich nicht mehr mit den blockmäßig verbundenen Parteien sprechen wolle und sich anmaße, allein regieren zu wollen. Doch niemand scheint zu bemerken, dass es vielleicht sinnvoll gewesen wäre, auch einen AfD‑Vertreter einzuladen, wenn man schon eine Stunde lang über diese Partei spricht.

Da sitzt ein ehemaliger SPD‑Minister aus Niedersachsen, der vor allem den Eindruck vermittelt, er habe grundsätzlich etwas gegen die AfD. Wie seine eigene, zusammengeschrumpfte ehemalige Volkspartei wieder eine Politik gestalten könnte, die von den Bürgern akzeptiert wird, bleibt Minister a.D. Weil den Zuschauern schuldig.

Der CDU‑Vertreter Dennis Radtke, Vorsitzender des Arbeitnehmerflügels seiner Partei, zeigt durch seinen Gesichtsausdruck, was er offenbar von den Bürgern hält, die nicht seine linke CDU, sondern die AfD bevorzugen. Man möchte als Zuschauer kaum hinsehen — so verbissen wirkt sein Auftreten.

Eine Journalistin wagt den Versuch, darauf hinzuweisen, dass es vielleicht doch sinnvoll wäre, endlich auch mit der AfD zu reden. Die Brandmauer sei ein Instrument, den Wählerwillen zu missachten. Das provoziert den massiven Widerspruch des griesgrämig dreinschauenden CDU‑Politikers, der schulmeisterlich erklärt, was man unter einer Brandmauer zu verstehen habe. Sie solle verhindern, dass ein Brand auf andere Teile übergreift — wobei er wohl meinte, der Brandherd sei die AfD.

Die Krönung des intellektuellen Anspruchs dieser Sendung folgt zum Schluss: Die Journalistin Ruth Moschner präsentiert eine „Lobeshymne“ auf die AfD, die sie im Internet veröffentlicht hat. Auf einem Schild zeigt sie eine scheinbare wirtschaftliche Rechnung: Sie werde von der AfD geliebt, weil diese dafür sorge, dass sie weniger Steuern zahlen müsse und materielle Vorteile erhalte — natürlich zulasten der Armen. Man kann Frau Moschner beglückwünschen, dass sie offenbar keine finanziellen Sorgen hat. Man kann aber auch an ihrem volkswirtschaftlichen Sachverstand zweifeln. Denn kein Geringerer als Adam Smith hat nachgewiesen, dass es den Armen nur dann besser gehen kann, wenn die Wohlhabenden für Wirtschaftswachstum sorgen. Oder einfacher formuliert: Man kann nur verteilen, was vorher erwirtschaftet wurde.

So endet der Abend — und man könnte fast ein ähnlich trauriges Gesicht bekommen wie CDU‑Vertreter Radtke während der Sendung. Denn man stellt fest, dass eine Stunde Lebenszeit für eine solche Talkrunde im Fernsehen schlicht vergeudet wurde.

Von Bornemann

Dipl.- Sozialarbeiter
Mitglied im Verband Deutscher Pressejournalisten
Studium Sozialarbeit
AKAD Management-Fernstudium
Ergänzungsstudium Wirtschaftsphilosphie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert