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Wenn ein Land seinen eigenen Bürgern zur Last wird

Die Politiker der Blockparteien – also aller Parteien, die sich demokratisch nennen, aber gar nicht merken, dass sie es sind, die unsere Demokratie zerstören – haben es geschafft, Gegensätze in der Gesellschaft so gegeneinander auszuspielen, so dass jetzt der gesellschaftspolitische Scherbenhaufen in sich zusammen zu fallen scheint.

Eine neue Befragung von „Infratest dimap“ gibt ein verehrendes Bild der deutschen Gesellschaft wieder, das nur noch erschrecken kann. Die Bürger haben nicht so sehr Angst vor Kriegen, vielmehr sehen sie die größte Bedrohung im eigenen Land. 88 % der Bürger sehen gesellschaftliche Spannungen und Konflikte als eine starke Bedrohung. 85 % sehen die wachsenden Unterschiede zwischen Arm und Reich als eine große Gefahr und 83 % der Bürger nannten die verfallende Infrastruktur sowie die Cyberkriminalität als Bedrohung für das friedliche Miteinander in unserer Gesellschaft an.

Vielleicht ist dies einer der größten Überraschungen in der Analyse. Nicht Krieg, Klimawandel oder Migration sind die Hauptsorgen, sondern die tiefe Verwerfung der eigenen Gemeinschaft. Wenn der Beamtenbund von einem Vertrauensverlust in die Handlungsfähigkeit des Staates spricht und „Verlässlichkeit“ fordert, dann sind diese Formulierungen noch sehr zurückhaltend und deuten allenfalls etwas an, was man aktuell auch als eine vorsätzliche Demontage unseres Gemeinwesens ansehen könnte.

Was haben denn unsere sogenannten Politiker in den letzten Jahrzehnten getan, um die Gesellschaft in Deutschland positiv zu gestalten? Was haben diese Politiker getan, um den Bürgern ein Vertrauen in das eigene Land zu vermitteln, einen Stolz, dass man für sein eigenes Land eintreten sollte und eine gewisse Sicherheit, dass die Bürger keine unnötigen Zukunftsängste haben müssen, weil sie für ihre Zukunft selbst sorgen können, ohne ständig von einem übergrifflichen Staat ständig in die persönliche Lebensplanung tangiert zu werden.

Was haben die Kirchen getan, um den Bürgern einen Lebenssinn zu vermitteln, der nicht durch tagesaktuelle selbstgemachte Horrorszenarien jegliche Lebensfreude zerstört, so dass viele mittlerweile das Gefühl haben, es lohne sich ohnehin nicht mehr, selbst für die eigene Zukunft zu sorgen.

Ein Inflation des Begriffes „Wissenschaft“ dient den sogenannten Politikern mittlerweile als allgemeine Begründung, ihre eigenen verqueren Vorstellungen den Bürgern zu vermitteln. Ständig wird den Bürgern der Unfug gesagt: „Die Wissenschaft“ meint, „die Wissenschaft“ sagt, „die Wissenschaft“ weiß alles. Jeder, der einmal ein akademisches Studium absolviert hat, weiß, dass man sehr schnell lernt, dass es „die“ Wissenschaft gar nicht gibt und erst recht gibt es keine allgemeingültige wissenschaftliche Erkenntnis, die eine absolute Wahrheit dauerhaft vermitteln könnte. Warum muss man in der wirklichen Wissenschaft ständig falsifizieren und verifizieren?

Die Politiker versuchen, den Bürgern Angst Popanze einzuhämmern, um von den eigentlichen Problemen, die sie selbst kreieren, abzulenken. Da ist Putin der große Angstreiber, das ist der Klimawandel, der unsere Erde kurz vor dem Untergang befördert und da ist die Migration, die benutzt wird, um neue Feindbilder aufbauen zu können. Und da ist eine Partei, die nur das Grundgesetz zerstört, Putin alle Türen öffnet und sich einem Markus Söder als Erzfeind anbietet.

Es wäre besser, wenn Politiker wie Merz, Söder, Klingbeil, Ramelow und andere darüber nachdenken würden, was sie mittlerweile für einen Unsinn verbreiten. Sie sollten sich lieber einmal Gedanken darüber machen, warum 90 % der Bürger das Bildungssystem unseres Landes als Problem ansehen und von den Politikern außer dummer Allgemeinplätze auch nichts zur Lösung dieses Problems beigetragen wird. Aktuell reagieren die Politiker auf die Probleme mit Symboldebatten, mit einer Moralisierung und einer Lagerlogik, also genau mit dem, was die gesellschaftlichen Probleme weiter anheizt. Der Staat, hier sind die Politiker gemeint, wirkt nicht wie ein Schiedsrichter, sondern wie ein weiterer Spieler im Konfliktfeld.

Die Ausgehetztheit ist kein Zufall, sondern ein System. Die Bürger merken dies und benennen es zurecht als Bedrohung.

Deutschland hat kein Extremistenproblem, vielmehr haben die Politiker dafür gesorgt, dass die Bürger in Deutschland in der Mehrheit von diesem politischen Chaos erschöpft sind und um es einmal drastisch im volkstümlichen Jargon zu formulieren, die Schnauze voll haben. Der Staat verliert nicht an Macht, was wahrscheinlich aktuell zu begrüßen wäre, er verliert seine Glaubwürdigkeit. Da hilft dann auch keine Machtkulisse, die den Bürgern den Mund verbietet und die sie zu willfährigen Verhalten motivieren soll. Wer ständig moralisiert, darf sich nicht wundern, wenn die Bürger abschalten.

Wir als Bürger sind nicht bedroht. Wir sind überfordert. Und das ist gefährlicher als jeder äußere Feind.


Von Bornemann

Dipl.- Sozialarbeiter
Mitglied im Verband Deutscher Pressejournalisten
Studium Sozialarbeit
AKAD Management-Fernstudium
Ergänzungsstudium Wirtschaftsphilosphie

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