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Der Morgenthau-Plan aus dem Jahr 1944 scheint nach wie vor aktuell zu sein.

Zurzeit wird wieder ein Atomkraftwerk in Deutschland abgestellt. Das AKW Brokdorf wird noch in diesem Jahr die Stromherstellung einstellen. Die angeblich immer klardenkende Physikerin sorgte dafür, daß der Atomausstieg in einer regelrechten Nacht- und Nebenaktion erfolgte. Zur Begründung wurden die Ereignisse in Fukushima herangezogen. Zwar gab es auch Stimmen, dass weder ein Seebeben der Stärke 9,0 noch Tsunamis vor Deutschlands Küsten zu erwarten seien. Ebenso wurde angemerkt, dass Atomkraft kein klimaschädliches CO2 freisetzt. Doch auf großes Echo stießen diese Argumente nicht. Inzwischen gilt es als sehr sicher, daß die Entscheidung der Frau Merkel einer der größten Fehlentscheidungen gewesen ist. Ähnlich äußerte sich auch Herbert Reul in einem Interview mit dem Deutschlandfunk am 11.3.2015. Die Entscheidung kam unüberlegt und übereilt, meinte Reul. Der Risikoforscher Hans Mathias Kepplinger brachte ebenfalls in einem Interview mit dem Deutschlandfunk am 19.12.2021 zum Ausdruck, daß das Problem Fukushima ein besonderes war und viele Wissenschaftlicher sich darin einig sind, daß darüber der größte Unfug verbreitet wurde.

Für ein Industrieland wie Deutschland ist es eine Katastrophe, wenn alle Energieträger abgeschaltet werden. Ein Blick in andere Länder Europas zeigt, daß offensichtlich Deutschland das einzige Land ist, das glaubt, ohne einen sicheren Energieträger auszukommen. Warum die angeblich so real denkende Physikerin aktiv dafür gesorgt hat, daß Deutschland alle Voraussetzungen für eine eigene zukunftsfähige Industriepolitik demontiert, geschafft hat, wird ihr persönliches Geheimnis bleiben.

Inzwischen weiß man, daß das Angstszenario, mit dem Merkel im Alleingang die Energieversorgung Deutschlands infrage stellte, wahrscheinlich nur dazu aufgebaut wurde, um ein politisches Ziel zu erreichen. Wenn man beobachtet, welche großen Unternehmen noch ihren Produktionsschwerpunkt in Deutschland haben und wenn man darüber hinaus wahrnimmt, wie sehr die Produktion von Deutschland in andere Länder, insbesondere in Richtung China, verlagert wurde, dann könnte man meinen, daß sich Herr Morgenthau doch noch mit seinen Ideen 77 Jahre später durchgesetzt hat. Der Morgenthau-Plan vom August 1944 war ein vom damaligen US-amerikanischen Finanzminister Henry Morgenthau veranlasster Entwurf zur Umwandlung Deutschlands in einen Agrarstaat nach dem absehbaren Sieg der Alliierten im Zweiten Weltkrieg. Ziel dieses Planes war, Deutschland industriell so zu demontieren, daß es machtpolitisch keine Bedeutung mehr haben sollte.

Hört man sich heute die Reden der Politiker des Linksbündnisses, bestehend aus SPD, Bündnis 90/Die Grünen und der links mutierten FDP an, dann sieht es so aus, als wenn diese die Ideen von Morgenthau voll verinnerlicht haben. Wie anders ist es zu verstehen, daß die deutsche Innenpolitik europäische Politik sei. Mit anderen Worten, Deutschland betreibt nach Auffassung dieser Politiker, die behaupten, die Interessen ihres Volkes zu vertreten, eine Politik der Auflösung der eigenen Souveränität, um sich möglichst bald einem Zentralstaat unter der Diktatur einer englischsprechenden deutschen von der Leyen unterzuordnen. Eine Volksabstimmung ist nicht erforderlich, denn Frau Merkel hat bereits eindrucksvoll gezeigt, wie man stillschweigend immer mehr Aufgaben nach Brüssel verlagert, ohne darüber eine Entscheidung des Volkes herbeizuführen.

Leider gibt es aber auch dort immer wieder Irritationen, so zum Beispiel bei der Einschätzung der Atomenergie als sinnvollen Energieträger, der das CO2-Problem löst. In der EU hat man wohl inzwischen selbst gemerkt, daß es gar keinen vernünftigen Grund gibt, die Atomenergie grundsätzlich auszuschließen. Frankreich hat noch nie seine Atomkraft – im Übrigen sowohl zivil als auch militärisch – infrage stellen lassen. Im Gegensatz zu Deutschland würde sich Frankreich die eigene Nation nicht von außen demontieren lassen. Aber auch Schweden und Finnland, die sich ursprünglich von der Atomkraft verabschiedet hatten, korrigierten ihre Beschlüsse. Auch die früheren Ostblockstaaten setzen auf die moderne Technologie und bauen und planen Atomkraftwerke.

China hat 2018 den ersten Reaktor der allerneusten, der sogenannten vierten Generation in Betrieb genommen. Und die Atomindustrie verspricht potenzielle Energieausbeuten und die Lösung anderer Probleme, die wie Science-Fiction klingen:

  • Bis zu 300-mal mehr Stromertrag aus der gleichen Menge an Kernbrennstoff
  • Abfall, der nur für ein paar Jahrhunderte statt für Jahrtausende radioaktiv ist
  • Verbesserte und automatisierte Abschaltsysteme für Notfälle
  • Weniger Abhängigkeit von der Wasserkühlung, was die Risiken von Lecks oder Dampfexplosionen mindert
  • Die Möglichkeit, einen Teil des nuklearen Abfalls als Brennstoff wiederzuverwenden.

Aber in Deutschland wird den Bürgern das Märchen erzählt, daß man genug Strom erzeugen könne, wenn man nur eine ausreichende Anzahl von Windmühlen in die Landschaft stellt. Über die Kosten braucht man sich ja auch keine Gedanken zu machen, denn der Bürger bekommt einfach eine Rechnung und schon ist das Problem gelöst – so meinen es jedenfalls sogenannte grüne Ideologen und selbsternannte Weltverbesserer.

Aber so ist gegenwärtig die respektvolle Politik. Der Bürger wird nicht gefragt, schließlich wissen die linken Politiker besser, was gut für „die Menschen“ ist. Da Politiker nie für ihre Handlungen haften, kann man immer so weiter machen. Ein wirtschaftlich schwaches Deutschland ist dann auch schneller reif, um seine Eigenständigkeit aufzugeben, damit es endlich in einem weltoffenen, diversen Brüsseler Zentralstaat integriert werden kann. Es könnte aber auch passieren, daß dann alle anderen Staaten längst erkannt haben, daß sie nicht auf die Segnungen der EU hoffen, sondern davon ausgehen, daß es für ihre Bürger besser ist, sich wieder auf einen eigenen Staat zu besinnen. Vielleicht gibt es dann auch kein Deutschland mehr, was aber den Nachteil hätte, daß die derzeitigen politischen Akteure sich ein neues Betätigungsfeld suchen müßten.

 

Von Bornemann

Dipl.- Sozialarbeiter
Mitglied im Verband Deutscher Pressejournalisten

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