Kategorien
Aktuell

Die Illner‑Runde vom 28. Mai: Eine Talkshow, die sich selbst überflüssig macht

Die jüngste Ausgabe der Talkrunde von Maybrit Illner am 28. Mai bot ein Bild, das sich seit Monaten verfestigt: Die Auswahl der Gäste war politisch einseitig, inhaltlich vorhersehbar und demokratisch fragwürdig. Es waren ausschließlich Gesprächspartner eingeladen, die ohnehin weitgehend derselben Meinung sind. Vertreter der größten Oppositionsfraktion im Bundestag wurden – wie seit langer Zeit – erneut nicht berücksichtigt.

Stattdessen saß mit Ricarda Lang eine Politikerin in der Runde, die weder der ersten Reihe ihrer Partei angehört noch unbeteiligt an der politischen Lage ist, die sie nun kommentieren durfte. Die Diskussion über Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung blieb entsprechend oberflächlich. Es wurden Vorschläge präsentiert, die den bisherigen Zusagen der CDU widersprechen, keine Steuern zu erhöhen. Gleichzeitig wurde ausführlich darüber geklagt, dass kein Geld vorhanden sei – ohne auch nur ein Wort darüber zu verlieren, dass Milliarden in militärische Konflikte fließen.

Ebenso wenig wurde thematisiert, dass viele der Probleme, über die in der Sendung gesprochen wurde, von genau jenen Politikern verursacht wurden, die nun bei Illner über Lösungen diskutieren. Eine Stellungnahme der größten Oppositionsfraktion wäre hier nicht nur angemessen, sondern notwendig gewesen, um die politische Debatte vollständig abzubilden.

So aber entsteht aktuell der Eindruck, dass sich die Sendungen von Frau Illner zunehmend „totlaufen“: Sie bestätigen nur noch die Sichtweisen der ohnehin Beteiligten, statt kontroverse Positionen abzubilden oder echte politische Auseinandersetzung zu ermöglichen. Eine Talkshow, die den Anspruch erhebt, politische Debatten abzubilden, sollte sich nicht selbst auf diese Weise entleeren.

Von Bornemann

Dipl.- Sozialarbeiter
Mitglied im Verband Deutscher Pressejournalisten
Studium Sozialarbeit
AKAD Management-Fernstudium
Ergänzungsstudium Wirtschaftsphilosphie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert