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Deutschlands Zukunft liegt in der Neutralität – sie scheint aber unerreichbar

Es fällt mir schwer, dieses Thema nur analytisch zu betrachten. Wer sich als deutscher Staatsbürger ernsthaft mit der Nachkriegsordnung, den fortgeschriebenen Sonderrechten der USA und der realen Souveränität unseres Landes beschäftigt, kommt an einem Gefühl der Ernüchterung kaum vorbei. Vieles von dem, was wir für selbstverständlich halten – staatliche Kontrolle, Unabhängigkeit, Neutralität – existiert in dieser Form nicht. Und gerade jetzt, da die NATO vor einer strukturellen Neuordnung steht, drängt sich die Frage auf, ob Deutschland überhaupt noch frei entscheiden kann, welchen sicherheitspolitischen Weg es gehen will.

Was bringt mich zu diesen grundsätzlichen Überlegungen?

Die Diskussion um die Rolle der Nato hat in den letzten Monaten immer mehr zugenommen. Die eigentliche Diskussion wird zunehmend von den Amerikanern selbst ausgelöst. Bereits seit Obama und Biden wird verstärkt über die Nato gesprochen, wobei es nicht nur um die Aufgabenstellung der Nato selbst geht, sondern im Wesentlichen um die Finanzierung durch die europäischen Mitgliedsstaaten.  Seit Trump wird diese Diskussion jedoch wesentlich härter und – so scheint es – unerbittlicher geführt. Einerseits scheinen die Europäer und besonders Deutschland der Meinung zu sein, dass sie auf die Nato nicht verzichten können, weil sie selbst nicht in der Lage wären, für ihre eigene Sicherheit zu sorgen, anderseits werden an die Europäer immer höhere finanzielle Forderungen durch die US-Administration gestellt, die die Wirtschaft vieler europäischer Länder überfordern.

Jetzt hat Präsident Donald Trump angekündigt, die NATO künftig stärker nach einem transaktionalen Prinzip auszurichten – „Leistung gegen Gegenleistung“. Die Allianz soll enger an unmittelbare US‑Interessen gekoppelt werden. Eine solche Zielsetzung verändert den Charakter des Bündnisses grundlegend: Aus einer partnerschaftlichen Sicherheitsgemeinschaft, deren Leitidee bislang „Einer für alle, alle für einen“ lautete, würde ein Instrument amerikanischer Interessenpolitik. Die Logik verschiebt sich von gemeinsamer Verteidigung hin zu einer Erwartung, dass alle für die USA einzustehen haben.

Seine jüngsten Äußerungen zeigen ein Modell, in dem die Allianz weniger als kollektives Sicherheitsprojekt und mehr als funktionales Instrument für konkrete Operationen verstanden wird, bei denen europäische Staaten nach amerikanischer Lesart deutlich mehr Verantwortung übernehmen sollen, allerdings – so scheint es mir – sich mehr an den Kosten beteiligen sollen.

Eine solche – aus meiner Sicht – wesentliche Verlagerung der eigentlichen Intention der Nato wäre durchaus eine Möglichkeit zu überlegen, ob Deutschland hier für sich eine Zäsur setzt und zum Ergebnis gelangt, eine Trennung aus der Nato anzustreben. Dies nicht, weil man gegen eine Nato grundsätzlich eingestellt ist, allerdings mit der Frage, ob eine solche Mitgliedschaft für Deutschland überhaupt unter dem Aspekt der Sicherheit einen Nutzen bringt. Der Schutz der Nato, auf dem Deutschland rechnen könnte, würde niemals verhindern, dass bei einem Angriff eines Feindes – wobei man sich die Frage stellen muss, wer das überhaupt sein kann – der Abwehrkampf auf deutschem Boden erfolgt, so dass auch nach einem Sieg der von Deutschland nicht mehr viel übrigbleiben würde. Ein solches Szenarium wäre immer zu unterstellen, auch wenn Deutschland sich beispielhaft an einem Krieg beteiligen müsste, der gegen Polen gerichtet wäre. Eine Auseinandersetzung zwischen Russland und Polen ist sehr viel wahrscheinlicher als ein Angriff Russlands auf Deutschland. Wenn Deutschland Polen im Rahmen eines Bündnisfalls unterstützen müsste, würde sich die militärische Auseinandersetzung sofort auf das deutsche Staatsgebiet verlagern, schon allein deswegen, weil Deutschland für die Nato-Bereitstellungsgebiet westlicher Truppe ist und damit unverzüglich Zielscheibe der militärischen Auseinandersetzung wird. Von einer Wertegemeinschaft kann man immer weniger sprechen, Trump scheint sie vielmehr nur noch unter einem Kosten-Nutzen-Verhältnis aus Sicht der USA anzusehen.

Die USA gehen offensichtlich ohnehin davon aus, dass mögliche militärische Einsätze in Europa stattfinden werden. Die USA scheinen die Nato immer mehr als ein Instrument zur Durchsetzung amerikanischer Interessen zu sehen, so dass damit die Chance von militärischen Auseinandersetzungen für alle Natomitglieder immer höher wird. Auch die Integration der Ukraine – so diese in den westlichen Einflussbereich, zu dem auch die EU gehört, birgt ein zusätzliches Aggressionspotential, da man davon ausgehen kann, dass die Ukraine auch in einem Verbund von Europa massiv die eigenen Machtziele weiter verfolgen würde und damit dauerhaft zusätzliches Konfliktpotenzial in das westliche Bündnis hereinträgt. Trump koppelt das NATO‑Engagement an seine eigene Außenpolitik, etwa im Konflikt mit Iran, auch dies zeigt, dass zunehmend Konflikte, die durch die USA und Israel verursacht worden sind, in die Nato und damit auf Europa hineingetragen werden.

Unter den vorgenannten Voraussetzungen wäre es für Deutschland sicherheitsfördernd, wenn es sich zukünftig aus allen Konflikten einzelner Staaten heraushält und eine absolut neutrale Rolle einnimmt. Ein Deutschland, das neutral ist, dass ohnehin keinen Anspruch hat, sich territorial zu erweitern oder militärisch eigene Machtansprüche durchzusetzen, wäre für Russland keine Gefahr.

Die Tragik für Deutschland liegt allerdings darin, dass die deutsche Regierung gar nicht so einfach eine souveräne Entscheidung über eine mögliche Neutralität Deutschlands, die den Austritt aus der Nato zur Folge hätte, treffen kann, weil sie nicht nur eine außenpolitische Entscheidung, sondern ein tiefgreifender Eingriff in die bestehende Machtarchitektur, die seit 1945 – und teils bis heute – durch US‑Sonderrechte, Stationierungsabkommen und geheimdienstliche Kooperationen geprägt ist, wäre. Über diesen Sachverhalt ist die deutsche Bevölkerung so gut wie nicht informiert. Bisher hat auch keine Bundesregierung sich bemüht, auf diesen Sachverhalt aufmerksam zu machen.

Die fortbestehenden US‑Sonderrechte in Deutschland sind gut dokumentiert – unter anderem durch die Arbeiten von Prof. Josef Foschepoth, dessen Analysen zur Nachkriegsordnung ich seit Jahren kenne. Eine aktuelle KI‑gestützte Recherche mit Microsoft Copilot bestätigt diese Strukturen: stationierungsrechtliche Privilegien, geheimdienstliche Zugriffsrechte und die Nutzung deutscher Infrastruktur für militärische Operationen wie über Ramstein bestehen bis heute fort.

Grundsätzlich haben sowohl die USA als auch Russland ein strategisches Interesse an Deutschland. Im Gegensatz zu den Amerikanern, sind die Russen nicht mehr in Deutschland militärisch und auch machtpolitisch nicht mehr präsent. Damit besteht ein Ungleichgewicht zwischen Russland und den USA, was die Rolle Deutschlands betrifft.

Historische Beispiele zeigen, wie Staaten neutral wurden, obwohl Großmächte dort präsent waren:

  • Österreich 1955: Sowjetische Truppen zogen ab, nachdem Neutralität verfassungsrechtlich garantiert wurde.
  • Finnland 1948–1991: Neutralität trotz sowjetischem Druck – durch diplomatische Balance.
  • Irland 1922: Neutralität trotz britischer Militärinteressen.

Allerdings lassen sich diese Länder mit Deutschland nur schwer vergleichen, da Deutschland nach Ende des zweiten Weltkrieges im Grunde genommen nur beschränkt souverän ist.

Deutschland müsste die Stationierungsabkommen kündigen, was politisch zu einer erheblichen deutsch-amerikanischen Klimaverschlechterung führen würde. Deutschland müsste darauf bestehen, die in Deutschland vorhandenen US-Basen schrittweise zurückzuführen und sämtliche bestehenden geheimdienstliche Sonderrechte müssten neu verhandelt oder besser noch, beendet werden.

Man muss kein Prophet sein, um sich auszudenken, wie ein Donald Trump auf solche Anliegen reagieren würde, zumal die Neutralität Deutschlands, auf die Deutschland, wenn es ein souveräner Staat sein sollte, selbstverständlich ein Recht hätte, ein Machtverlust für die USA aber nicht für Russland darstellen würde.

Als deutscher Staatsbürger bleibt mir angesichts dieses Befundes nur die ernüchternde Erkenntnis, dass Deutschland auf absehbare Zeit Spielball fremder Interessen bleiben wird. Doch die Geschichte lehrt, dass selbst scheinbar ewige Machtstrukturen nicht ewig halten. Vielleicht liegt die Hoffnung weniger in der Gegenwart als in der Gewissheit, dass politische Ordnungen sich verändern – oft dann, wenn niemand mehr damit rechnet.


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Kanzler Scholz ist noch weniger souverän als das Land, das er regiert

NachDenkSeiten - Die kritische Website

Den nachfolgenden Artikel halte ich für so wichtig, dass ich ihn auf meiner eigenen Internetseite veröffentliche. Akribisch wird nachgewiesen, dass Deutschland kein souveränes Land ist, sondern sich ausschließlich an den Weisungen der USA zu halten hat. Die sogenannte „Friedenspolitik“ des Friedensnobelpreisträgers Obama wird von Biden in der gleichen Weise fortgesetzt. Es ist tragisch, dass die Mehrheit der Bürger in Deutschland nicht merken, wie sie hinter das Licht geführt werden. Eines ist allerdings sicher: Die Zeche werden die Deutschen bezahlen, auch das ist bereits gesetzt.
Ein Artikel der NachDenkSeiten

60 Tage lang konnte Olaf Scholz erfolgversprechend so tun, als sei er Kanzler eines souveränen Deutschlands. Er gab in seinen ersten Amtstagen sogar vor, er fühle sich mitverantwortlich für den Frieden in Europa. Am 7. Februar 2022 war dann Schluss mit lustig. Scholz musste zum Antrittsbesuch bei US-Präsident Biden antraben. Genauer: Zum Befehlsempfang, wie sich auf der anschließenden Pressekonferenz herausstellte. Als Scholz einer Journalistenfrage nach der Zukunft der Gasleitung Nord Stream 2 auswich, gab ihm Biden vor aller Welt Saures: Es werde „… kein Nord Stream 2-Projekt mehr geben“. Der Kanzler griente nur, anstatt zu kontern: Nord Stream 2 ist Miteigentum deutscher Unternehmen und liegt außerhalb US-amerikanischer Zuständigkeit. Doch so viel Rückgrat hatte Scholz nicht. Und dies war erst der Anfang der Unterwürfigkeit gegenüber den US-Amerikanern. Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam.

Die ARD-aktuell kommentierte den peinlichen Presseauftritt von Scholz in Washington so:

„Demonstrativ untergehakt als zwei starke Partner, die sich gegenseitig (sic!) vertrauen“.

Obendrein wurde des Kanzlers Erniedrigung also mit Schwanzwedler-Journalismus bedacht (‘tschuldigung, Frau Tina Hassel: Schwanzwedler*Innen-J.). In der 20-Uhr- Tagesschau vom 7. Februar hieß es lakonisch:

„Die USA fordern die klare Zusage, dass Solidarität über deutsche Wirtschaftsinteressen geht.“

Deutscher Frondienst ist ja nach wie vor selbstverständlich.

Seit dem Ukraine-Krieg ist unübersehbar, dass alle für Deutschland wichtigen Entscheidungen in Washington getroffen werden. Scholz, Baerbock, Habeck und Lindner unterwerfen sich dem Diktat, trotz der enormen Belastungen, die für uns daraus entstehen. Scholz mit Blick auf die USA:

„Es wird keine Maßnahmen geben, bei denen wir unterschiedlich agieren. Wir werden einheitlich und zusammen auftreten.“

Eigene Ideen zur Kriegsvermeidung und die notwendige Bereitschaft, auch die Sicherheitsbedürfnisse Russlands zu berücksichtigen, ließ er nie erkennen. Scholz, einst Merkels Stellvertreter in der Großen Koalition, weiß natürlich, dass Minsk-2, obwohl ein völkerrechtlich verbindlicher Vertrag, nur zum Schein zelebriert und Präsident Putin damit jahrelang hintergangen worden war. Nicht Friedenssicherung war beabsichtigt, sondern Zeitgewinn zur Aufrüstung der Ukraine und zum parallelen Dauerkrieg im Donbass.

Epochaler Betrug

Dass Scholz, nunmehr selbst Kanzler, dem epochalen Betrug kein Ende setzte, sondern die US-Provokationen gegen Russland – zulasten Deutschlands! – weiter unterstützte, zeigt seine US-Hörigkeit. Als ehemaliger Finanzminister Merkels wusste er genau: Seit 2014 hatten die USA das korrupte Kiewer Oligarchen-Regime mit jährlich 5 Milliarden US-Dollar gepäppelt und dessen Armee zur zweitgrößten europäischen Streitmacht hinter Russland hochgerüstet. Deutschland hatte dabei mitgeschmiert.

Berlins Beitrag seit dem Maidan-Putsch und bis zum 24. Februar 22: gewaltige 2 Milliarden Euro, über deren Verwendung kein Nachweis verlangt wurde. Obwohl die Ukraine laut EU-Rechnungshof „das korrupteste Land Europas“ ist, zahlte und zahlt unsere Regierung in das Oligarchen-Fass ohne Boden.

Die hemmungslose Aufrüstungshilfe der USA, der EU und Deutschlands nutzte das Kiewer Regime skrupellos dazu, die ethnisch-russische Bevölkerung der Ostukraine zu terrorisieren. Der Krieg der ukrainischen Armee gegen ihre russischsprachigen Landsleute forderte mehr als 14.000 Tote; laut OSZE waren 81 Prozent der Opfer auf Seiten der „prorussischen“ Ost-Ukrainer zu beklagen. Kiew führte diesen Bürgerkrieg im Auftrag der USA. Zu deren Vorteil sollte sich die Ukraine selbst zertrümmern und zum Aufmarschgebiet der NATO gegen Russland planieren.

Letzte Warnung

Deshalb teilte Präsident Putin im Dezember 2021 den westlichen Drahtziehern mit, Russland werde, falls das Dauer-Bombardement auf die Ost-Ukrainer nicht aufhöre,

„angemessene militärisch-technische Vergeltungsmaßnahmen ergreifen“.

Biden, Johnson, Scholz und Co. wussten genau, wo Russlands Rote Linie verlief. Anstatt die legitimen Sicherheitsinteressen Russlands – und Deutschlands! – zu bedenken und auf eine diplomatische Lösung hinzuwirken, ließ sich Scholz mit US-Auftragsbotschaft nach Moskau schicken und dort erwartungsgemäß abfertigen. Dem deutschen Publikum aber verkaufte die Regierungströte ARD-aktuell Scholz‘ diplomatische Pleite als beeindruckenden Erfolg:

„Kanzler Scholz hat in Moskau diplomatisches Fingerspitzengefühl und Rückgrat bewiesen. Und Präsident Putin gezeigt, wie geschlossen der Westen in der Ukraine-Frage zusammensteht.“

Schleimer-Journalismus (Schwanzwedler-J. hatten wir ja schon). Nichts hatte Scholz erreicht, gar nichts.

Ein Typ ohne Anstand und Mitgefühl. Scholz hatte Putins Vorwurf, die Armee der Ukraine habe im Donbass Tausende Menschen getötet und damit Völkermord begangen, sogar „lächerlich“ genannt. Selbst ein konservatives Magazin sah sich angesichts solcher Menschenverachtung zu der Frage veranlasst:

„Kann jemand, der seinen Gegner nicht einmal verstehen will, weil das dem eigenen Weltbild widerspricht, angemessen reagieren?“

Nein. Scholz ist nicht bereit, die deutsche Mitschuld an den mörderischen westlichen und Kiewer Provokationen anzuerkennen, die zum russischen Einmarsch in die Ukraine führten. Was Charakterlosigkeit anbelangt, bleibt der Mann sich treu, wie sich schon zeigte, als er sich von US-Biden das Ende der betriebsfertigen Nord Stream-Röhre verkünden ließ:

„Ich verspreche Ihnen, wir werden in der Lage sein, das zu tun.“

Obwohl 57 Prozent der Deutschen an Nord Stream 2 festhalten wollten, folgte Scholz der Stimme seines wahren Herrn und ließ das Nord-Stream-2-Projekt einstellen. Bidens Versprechen wurde mit der Sprengung beider Nord-Stream-Gasleitungen schließlich sogar übererfüllt.

US-Krieg gegen Deutschland

Ein staatlicher Terrorakt, eine Kriegshandlung. Fast 10 Milliarden Euro allein für Nord Stream 2 wurden mit einem Schlag vernichtet. Eine Hälfte des Schadens entfällt auf Russland, die andere auf mehrheitlich deutsche Miteigentümer. Die werden ihn erfahrungsgemäß nicht selbst tragen, sondern dem Steuerzahler aufhalsen.

Die Ampelkoalitionäre tun jedoch so, als habe Deutschland den kriegerischen Akt klaglos hinzunehmen: „Geheimhaltungsinteresse und Staatswohl“ gingen vor, heißt es in Regierungskreisen. Den Vogel an bornierter Ignoranz schoss ein Sozialdemokrat im Bundestag ab:

„Es ist völlig gleichgültig, ob Nord Stream 1 und Nord Stream 2 nun Lecks haben, wie diese Lecks entstanden sind, ob das Anschläge waren, wer hinter den Anschlägen steckt, weil aus der einen Pipeline noch nie Gas gekommen ist und es aus der anderen seit Wochen kein Gas mehr gegeben hat.“

Auch ARD-aktuell wollte die Geheimhaltungsakrobatik der Bundesregierung nicht weiter stören. Noch Ende November 22 faselte die Redaktion:

„Sprengung von außen wahrscheinlich“ (sic!)

und bezog sich dabei auf ein externes Gutachten, statt selbst logisch zu denken.

Der Duckmäuser-Journalismus (Schleimer-J. hatten wir schon) unterstützt die USA und ihre Berliner Heloten dabei, Kriegsbeteiligung als Hilfe für die arme „völkerrechtswidrig überfallene“ Ukraine auszugeben und das tatsächliche Kriegsziel der westlichen Eliten zu verschleiern: die Zerschlagung der russischen Staatlichkeit zwecks ungehinderten Zugriffs auf die riesigen russischen Rohstofflager. Unseren Herrschaften geht es nicht um „Freiheit und Democracy“ in der Ukraine, sondern darum, den Konkurrenten Russland zu unterwerfen, sich an dessen Ressourcen zu bereichern und sein Territorium als Aufmarschbasis gegen die VR China zu nutzen.

Die vorgeblich selbstbewussten und doch nur US-liebedienerischen Äußerungen des Kanzlers, seines Vizes Habeck und seiner unsäglichen Außenministerin Baerbock seit Beginn des Krieges haben sich bis zur Stunde durchweg als reaktionäre Bösartigkeit, Dummheit und Kurzsichtigkeit erwiesen. Verlierer ihrer Sanktionspolitik sind die Westeuropäer, Gewinner die USA.

Die Zeche zahlt der „kleine Mann“

In Westeuropa wird inzwischen ein viermal höherer Gaspreis verlangt als in den USA. Deren superteures Flüssiggas erreicht inzwischen einen Anteil von 70 Prozent des westeuropäischen Gasimports. Unsere Abhängigkeit vom schmutzigeren, umweltschädlicheren und energieärmeren US-Fracking-LNG ist damit noch höher, als sie es jemals vom ökologisch vernünftigeren und zugleich wesentlich preiswerteren russischen Leitungsgas gewesen ist.

Laut Preisvergleichsportal Verivox verdreifachten sich im August 2022 die Gaskosten in Deutschland: Zahlte eine Familie mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh zuvor noch 1.258 Euro, stiegen sie nun auf durchschnittlich 3.568 Euro. Dabei bleibt es nicht: Private Haushalte müssen im neuen Jahr mit weiteren Mehrausgaben von 67 Prozent rechnen. Auch die Ölpreise sind innerhalb eines Jahres um satte 50 Prozent gestiegen. Zu dieser starken Heizkosten-Zunahme kommen noch der Preisauftrieb beim Strom (Vattenfall z.B. +45 Prozent) und wesentlich höhere Kraftstoffausgaben.

Davon abgesehen hat der wirtschaftlich, ökologisch und politisch absurde Verzicht auf russische Energieträger bereits jetzt zu beträchtlichen volkswirtschaftlichen Schäden geführt. Mindestens eine Billion Euro hat es die EU gekostet, das Gas aus Russland zu ersetzen. Deutschland musste für die Umstellung 500 Milliarden Euro aufbringen. Das Geld, mit dem Scholz um sich wirft („Doppelwums“), um den deutschen Kleinbürger ruhigzustellen und den Amis das Beutemachen zu erleichtern, ist kein Geschenk, sondern Steuerschuld, die wir zurückzahlen müssen. Mit Zins und Zinseszins. Doch dreist wagt der Kanzler vor seiner Bundestags-Claque zu behaupten:

„Niemand, keine Familie, keine Rentnerin, kein Student und auch kein Unternehmen soll Angst haben, von den Preisen für Strom, Gas oder Fernwärme überfordert zu werden.“

Als ob die Überforderung nicht längst millionenfach stattfände. ARD-aktuell titelte über den Scholz-Auftritt trotzdem unverdrossen verlogen:

„Zurück zur Sachlichkeit“.

Stiefellecker-Journalismus eben (Duckmäuser-J. hatten wir schon).

Niemand soll Angst haben? Inzwischen hat es sich sogar bis zum Regierungssender Deutsche Welle herumgesprochen, dass Deutschland auf dem letzten Loch pfeift. Von der Gesundheitsfürsorge über das Bildungswesen bis zur Verkehrsinfrastruktur ist alles in die Grütze gewirtschaftet. Dank Scholz und seines Gruselkabinetts aber haben wir wieder einen Staatsschulden-Auftrieb und sind schon bei mehr als 2,52 Billionen Euro angelangt.

Den Kanzler juckt es nicht, sagt ein intimer Insider:

„Es gibt nur ein einziges Programm für Olaf Scholz, und das ist er selbst. Dass er sich mit korrupten Bankern und Milliardären gut stellt, gehört dazu.“

Dass Scholz ein (erpressbarer?) Rosstäuscher ist, zeigt auch seine Behauptung, man habe die Sanktionen gegen Russland sorgfältig vorbereitet, „damit sie die Richtigen treffen“. Sorgfältig? Russlands Rohstoffeinnahmen lagen anno 2022 höher als seine Kriegskosten, kein Vergleich mit Deutschlands mieser Kassenlage und drohender De-Industrialisierung.

Fass ohne Boden

Wofür das alles? Für ein Regime, welches so ziemlich alle Oppositionsparteien eliminierte, alle kritischen Medienhäuser dicht machte, politische Gegner auf Todeslisten setzte, den ethnisch-russischen Bürgern die Muttersprache verbot, Millionen russischer Bücher und anderes Kulturgut vernichten lässt und von einem mediokren Schauspieler und Steuerbetrüger repräsentiert wird, der sich nicht scheut, gegen die russisch-orthodoxe Kirche vorzugehen. Für einen Staat mit der höchsten Korruptionsrate europaweit, in dem ein erheblicher Teil der ausländischen Hilfegelder in schwarzen Taschen verschwindet. Tag für Tag werden auf den Schlachtfeldern der Ukraine hunderte Mitmenschen umgebracht oder verstümmelt. Das Grauen übersteigt jedes Vorstellungsvermögen. Aber unsere empathielose Außenministerin behauptet,

„Unsere Waffen helfen, Menschenleben zu retten“

und demonstriert ihre Selbstbezogenheit und Menschenverachtung. Hätte sie Herz und Verstand, müsste sie Konstantin Wecker zustimmen:

„Wer mehr Waffen fordert, der schickt andere zum Morden und Ermordet-Werden.“

Argumentativ kommt man einer Baerbock allerdings nicht bei. Für deutsche Politiker geziemt sich der Bückling vor US-Regierungen, das hatte auch Vizekanzler Habeck gezeigt:

„Je stärker Deutschland dient, umso größer ist seine Rolle.“

Tiefer, Robert, tiefer! Und Abgang rückwärts!

Die Ursache der Unfreiheit

Seit Jahren kommt immer mal wieder der Verdacht auf, die Kriecherei der Bundesregierungen sei zwangsläufig, weil Deutschland auch nach 1990 keine volle Souveränität erlangt habe; nur Russland habe uns vom Besatzerprivileg befreit, die USA hätten es behalten.

Wiederholt äußerten sogar deutsche Spitzenpolitiker trotz des 2+4-Vertrags von 1990 entsprechende Zweifel an der Souveränität der Bundesrepublik. Wolfgang Schäuble, seinerzeit Bundesfinanzminister, am 18. November 2011:

„… wir in Deutschland sind seit dem 8. Mai 1945 zu keinem Zeitpunkt mehr voll souverän gewesen.“

Gregor Gysi, seinerzeit Fraktionsvorsitzender der Linkspartei und Oppositionsführer im Bundestag, am 28. Januar 2014 auf einer Pressekonferenz der Linkspartei:

„… ich denke, dass wir im Jahre 2014 verdient haben, ein in jeder Hinsicht souveräner Staat zu werden. Und wenn wir in jeder Hinsicht souverän werden wollen, müssen wir den USA zeigen, dass wir Grenzüberschreitungen nicht dulden … wer Freundschaft will, muss Unterwürfigkeit aufgeben…“

Am 21. Juni 2015 stellte Gysi die Souveränitätsfrage sogar im Parlament. Auf eine Antwort bestand er leider nicht.

Unsere Regierenden sind zumindest de facto US-amerikanische Marionetten. Sie geben es nur nicht zu und verstetigen damit ihren Dienstbotenstatus und Deutschlands Souveränitätsdefizit. Die SZ – immerhin eine der wichtigen transatlantischen Meinungsmacher für die deutsche Öffentlichkeit – befand:

„Es existieren offensichtlich zwei Staatsgewalten in Deutschland: erstens die deutsche, und zwar in der Gestalt, die ihr die EU- und andere Verträge gegeben haben; daneben zweitens die US-amerikanische, in nicht genau bekannter Form.“

Na also. Warum nicht mal die Realität wahrnehmen, obwohl das für Journalisten von heute ungewöhnlich ist?

Von Kanzler Scholz ist vergleichbare Sachlichkeit nicht zu erwarten. Schwerer noch wiegt ein anderes Defizit, das er mit seinen NATO-oliv-Grünen Partnern laufend vergrößert: Empört leugnen sie, dass sie in Kiew mit Neonazis umgehen und deren Denkweise verinnerlichen, obwohl das längst nicht mehr zu übersehen ist; zugleich setzen sie selbst stark protofaschistische Akzente. Sie schikanieren und verbieten oppositionelle Medien und machen die Kritiker der desaströsen Berliner Politik verbal nieder: Kriegsbefürworter, Unmensch, Russenfreund, Verschwörungstheoretiker oder Verfassungsfeind ist, wer ihnen zu widersprechen wagt. Scholz tut so, als habe er die Moral gepachtet, auch wenn er grad eine entlarvende Hasstirade gegen Putin und ebensolche Elogen an den Nazi-Verehrer Melnyk ablässt. Russen tierisch böse, wir die Guten!

Er und seine NATO-oliv-Grünen können sich des Beifalls der Tagesschau & Co.KG. sicher sein. Kriegsgeiler Knallchargen-Journalismus eben (für „Qualitäts“-J. und ähnliche Beleidigungen ist leider kein Platz mehr).

Laut dpa ist eine Mehrheit von 55 Prozent der Deutschen dafür, dass die Ukraine sofort mit Russland über eine Beendigung des Krieges verhandelt. Doch darüber setzt sich ein Kanzler von Amis Gnaden natürlich hinweg.

Der Kniefall des Bundeskanzlers Willy Brandt (1970) in Warschau gereichte ihm und uns weltweit zur Ehre. Die Katzbuckelei des Bundeskanzlers Olaf Scholz 2022 in Washington macht ihn und das Land, das er regiert, weltweit verächtlich.


Anmerkung der Redaktion: Wir als NachDenkSeiten-Redaktion wollen unseren Lesern ein breites Spektrum an Blickwinkeln und Meinungen präsentieren, Gastbeiträge spiegeln daher nicht immer die Sichtweise und Analyse der Redaktion wider.


Anmerkung der Autoren:

Unsere Beiträge stehen zur freien Verfügung, nichtkommerzielle Zwecke der Veröffentlichung vorausgesetzt. Wir schreiben nicht für Honorar, sondern gegen die „mediale Massenverblödung“ (in memoriam Peter Scholl-Latour). Die Texte werden vom Verein „Ständige Publikumskonferenz öffentlich-rechtlicher Medien e.V.“ dokumentiert.

Titelbild: shutterstock / Gints Ivuskans